Wie baut man eine Trockenmauer?

Wie baut man eine Trockenmauer?

Eine Trockenmauer ist ein dauerhaftes Bauwerk des GaLaBaus, das bei fachgerechter Ausführung über Jahrzehnte eine hohe Stabilität aufweist. Dies ist darauf zurückzuführen, dass vollständig auf Mörtel verzichtet wird, der durch Frost-Tau-Wechsel reißen oder verwittern könnte. Die Statik beruht ausschließlich auf dem Eigengewicht der Natursteine und der fachmännischen Sortierung sowie Verlegung des Materials.

Ein fachgerecht erstelltes Trockensteinmauerwerk setzt sich durch die natürliche Setzung der Steine im Laufe der Zeit weiter fest, wodurch das Gefüge zusätzlich an Stabilität und Verbundfestigkeit gewinnt.

Zu den am häufigsten eingesetzten Natursteinarten für Trockenmauern zählen hochwertiger Andesit, Schiefer, Kalkstein und Sandstein.

Bauanleitung für eine Trockenmauer


 

 

Vor Beginn der Erdarbeiten empfiehlt sich das Einbringen eines Schutz- bzw. Leerrohrs im Fundamentbereich. Dies gewährleistet die problemlose nachträgliche Verlegung von Versorgungsleitungen oder Kabeln, ohne dass spätere Rückbauarbeiten an der Mauer oder behelfsmäßige Verkleidungen erforderlich werden.

1 Untergrundvorbereitung

Zunächst wird ein Fundamentgraben mit einer Tiefe von ca. 15 bis 40 cm (abhängig von der geplanten Mauerhöhe) ausgehoben. Die Grabensohle ist fachgerecht zu verdichten und mit einem hochfesten Trennvlies (Geotextil) auszulegen. Das Vlies wird über die gesamte Grabenbreite sowie flächig entlang des Hanges verlegt, um Materialvermischungen und Untergrabungen durch Nagetiere wirksam zu verhindern.


2 Einbau der Schottertragschicht

Der Graben wird mit gebrochenem Mineralgemisch/Schotter verfüllt, das gleichzeitig als dränierende Tragschicht dient.

Je nach wasserwirtschaftlichen Anforderungen und Bodenverhältnissen ist an der Hangseite der ersten Gesteinsreihe zusätzlich ein Drängrohr einzubauen.


3 Versetzen der Natursteine

Auf dem vorbereiteten Planum beginnt das Setzen der Steine. Die unterste Gesteinsreihe liegt unterhalb bzw. teilversenkt unter der Geländeoberkante. Hierfür werden die größten Steine mit möglichst gleichmäßiger Breite und Stärke verwendet.

Die nachfolgenden Schichten werden im Verband versetzt, sodass eine formschlüssige Verzahnung entsteht. Idealerweise werden die Stoßfugen der jeweils darunterliegenden Schicht überbindend überdeckt.


4 Hinterfüllung und Verdichtung

Die Trockenmauer wird mit einer leichten Anlaufneigung zum Hang hin errichtet. Parallel zum Baufortschritt wird der Raum zwischen Mauerwerk und Hang lagenweise mit frostsicherem Schotter hinterfüllt und sorgfältig verdichtet.


5 Auszwicken der Fugen

Größere Hohlräume und Zwickel im Mauerwerk können nachträglich mit kleineren Passsteinen passgenau ausgewickt werden.

Anwendungsbeispiele:

Trockenmauern haben sich fest in der modernen Landschaftsarchitektur und im urbanen Bereich etabliert. Im Gegensatz zu monolithischen Betonmauern bieten sie wertvollen Lebensraum als Biotope für die heimische Fauna. Zudem ist das Natursteinmaterial zu 100 % kreislauffähig und wiederverwendbar.

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